Deia

Von Deia nach Soller auf einem alten Hirtenpfad

Heute haben wir etwas verschlafen. Erst um zwanzig nach acht wachen wir auf, schaffen es aber noch, unser Frühstück vor zehn Uhr zu beenden. Wir haben uns für heute eine kurze und einfache Wanderung ausgeguckt, die von dem Nachbardörfchen Deia zurück nach Soller führt, oberhalb der Küste auf alten Bauernpfaden.

So fahren wir dann mit unserem schmucken, dunkelblauen Tigra bis zur Finca Ca’n Puigserver, wo wir unser Gefährt stehen lassen und ich mir den Rucksack an den Nacken hänge. Wir haben natürlich mal wieder Riesenglück mit dem Wetter, und gleich auf dem anstrengenden Anfangsstück perlt das Wasser auf meiner Stirn. Aber dann geht es in den Wald, der Weg wird ebener und angenehmer. Irgendwo hinter dem Mini-Dorf Son Coll finden wir eine nette Stelle zum Picknicken. Wir packen das heute morgen in Puerto Soller gekaufte Baguette und den Käse aus und lassen es uns schmecken. Eine Orange zum Nachtisch, und uns geht es wieder mal gut.

Deia TrekAn einigen Stellen ist die Wegbeschreibung nicht eindeutig, und Birgit und ich sind uns nicht so ganz einig, wo es weitergeht. Aber dennoch erreichen wir bald den steinigen Pfad, der nach Soller hinunter führt. Dieses letzte Stück ist nicht das angenehmste, man geht hier wie auf rohen Eiern. Nach etwa 2 ¾ Stunden erreichen wir die Bushaltestelle an der Placa de America. Erst um 14 Uhr 30 kommt der nächste Bus, der uns zurück nach Deia bringen wird. Die verbleibende Zeit nutzen wir, um uns im benachbarten Café einen Orangensaft zu gönnen.

Fast pünktlich kommt der Bus, und wir sind längst nicht die einzigen, die mit ihm fahren wollen. Einer der Fahrgäste vor uns möchte mit einem großen Schein bezahlen, aber da meint der Busfahrer in scherzhaftem Ton: „Ich Bus, nix Bank.“ Ganz hinten finden wir noch Platz in dem sehr gut gefüllten Bus, der sich anschließend die reichlich engen Kurven Richtung Deia hochquält. Zum Teil muß der Fahrer dabei so weit ausholen, dass er überhaupt nicht sieht, ob Gegenverkehr kommt. Er hupt dann einfach wild drauflos, um vor sich und seinem Riesengefährt zu warnen.

Wir verlassen den Bus in Deia und schauen uns etwas in diesem wirklich sehr hübschen Örtchen um. Überall grünt und blüht es, und außerhalb des Ortes liegen viele kleine, malerische Anwesen verstreut. Leider müssen wir etwa eineinhalb Kilometer auf der Landstraße zurücklaufen, um zu unserem Auto zu gelangen. Aber die sind schnell zurückgelegt, und wir fahren noch ein Stückchen Richtung Süden die Küstenstraße entlang. Die Aussicht über die wilde Küstenlandschaft der Insel genießend, fahren wir einfach eine Zeitlang weiter, bis wir bei dem Torre del Verger den Sonnenuntergang beobachten. Ich klettere sogar durch die enge Luke auf den kleinen Turm – nur „weil er da ist“ – und fotografiere die im Meeresdunst verschwindende Sonne.

Es ist schon längst wieder dunkel, als wir noch rechtzeitig zum Abendessen im Hotel eintreffen. Das Menü für den Abend wird jeweils morgens ausgehängt, so dass man schon genau weiß, was einen erwartet, und entscheiden kann, ob man nicht vielleicht doch auswärts essen geht. Aber das Essen im Hotel ist ja wirklich gut – einfach, aber gut.

Anschließend hilft der Wein etwas nach, als der anstrengende Tag seinen Tribut fordert…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.